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ABC der Schulteroperation
A
Abduktionskissen
Abduktionskissen für die Schulter, welches nach einer Naht der Rotatorenmanschette zur Spannungsreduktion der rekonstruierten Sehne eingesetzt wird.
Es wird individuell angepasst und muss meist 6 Wochen getragen werden.
Anästhesie
Schulteroperationen werden meist in einer kombinierten Narkose durchgeführt. Dabei wird eine lokal wirkende Spritze durch eine leichte Vollnarkose ergänzt. Die genaue Art der Narkose wird anhand eines Vorgespräches meist am Vorabend der Operation durch den Anästhesisten festgelegt. Dieses Gespräch dient auch dazu, alle vorhandenen Fragen zu besprechen.
Aspirin
Aspirin und andere ähnliche Medikamente hemmen nicht nur Entzündungen, sondern hemmen auch in geringem Grade die Blutgerinnung. Daher sollten diese Medikamente
5 Tage vor einer geplanten Operation nicht mehr eingenommen werden.
Alter
Die Berücksichtigung des Alters und des entsprechenden Lebensabschnittes ist sehr wichtig für den Therapieentscheid. Durch Fortschritte in der Medizin, wie schonende Anästhesiemethoden, ist die Bedeutung des Alters jedoch zurückgegangen. Unsere Therapieentscheide richten sich daher viel mehr nach den Beschwerden des Patienten als nach dem Alter.
Arbeitsunfähigkeit
Je nach Eingriff kann die Arbeitsunfähigkeit sehr unterschiedlich sein. Sie variiert von 3-4 Wochen bei kleinen Eingriffen, bis zu 3-4 Monaten bei großen Eingriffen. Auf jeden Fall wird sie individuell angepasst.
Arthroskopie
Fachbegriff für Gelenksspiegelung. Es handelt sich dabei um eine minimal invasive Methode, die eine große Übersicht im Gelenk bei minimalen Schnitten erlaubt. Allerdings lassen sich viele große Operationen auch heute nur durch eine klassische, offene Operation durchführen.
Aufklärung
Vor der Operation erfolgt in einer Sprechstunde eine genaue Aufklärung über die Operation und die Nachbehandlung. Zum Abschluss dieses Gesprächs wird die Aufklärungsschrift vom Arzt, vom Anästhesisten und vom Patienten als Einwilligung zum besprochenen Operationsverfahren unterschrieben.
Autofahren
Nach kleinen Eingriffen ohne Sehnenbeteiligung ist es möglich, bereits nach zwei bis drei Wochen wieder ein Auto zu lenken. Bei großen Eingriffen mit Sehnenbeteiligung ist dies erst nach acht Wochen wieder möglich.
B
Bad
Die Physiotherapie im Bad wird sehr häufig angewandt. Dabei können unter Reduktion der Schwerkraft Bewegungen durchgeführt werden, die im Trockenen nicht erlaubt oder nicht möglich sind. Da aber auch das Wasser Widerstand entgegensetzt, ist es wichtig, die Wassertherapie nur unter Anleitung eines Physiotherapeuten durchzuführen.
Blutverlust
Der Blutverlust bei Schulteroperationen ist meistens gering und übersteigt kaum die Menge, die bei einem normalen Blutspenden abgegeben wird. Zudem kann während der meisten größeren Eingriffe ein System verwendet werden, welches das Blut sammelt, wäscht und anschließend dem Patienten zurück gibt. Dadurch sind Transfusionen von Fremdblut nur sehr selten nötig.
Bewegung
Bewegung ist nach Schulteroperationen sehr wichtig, muss jedoch dosiert und sehr genau der durchgeführten Operation angepasst werden. So kann nach Operationen ohne Sehnenbeteiligung die Schulter schon früh aktiv bewegt werden, während nach Operationen mit Sehnenbeteiligung meist zuerst 6 Wochen nur rein passiv bewegt werden kann. Der zuständige Physiotherapeut instruiert und überwacht dazu die vom Operateur festgelegten Limite.
D
Duschen
Bis zur definitiven Verklebung der Narbe muss diese vor Wassereintritt geschützt werden. Dazu wird die Naht mit einer durchsichtigen Folie abgedeckt - meist für eine Woche. Anschließend darf meist wieder ohne Schutz geduscht werden.
Defektarthropathien
Massive Rupturen der Rotatorenmanschettensehnen, wobei der Humeruskopf unmittelbar unter der Schulterdachhöhe (Acromion) steht und die Funktion des Schultergelenkes sehr stark eingeschränkt ist.
Eintritt
Der Krankenhauseintritt erfolgt bei größeren Eingriffen meistens am Vormittag vor der Operation. Dadurch ist eine sorgfältige Operationsvorbereitung möglich. Sowohl der Operateur, als auch der Anästhesiearzt besuchen den Patienten und besprechen das genaue Vorgehen bei der Operation. Es steht auch immer genügend Zeit zur Verfügung, um Fragen zu stellen und Unklarheiten auszuräumen.
Bei vielen kleineren Eingriffen ist es möglich, erst am Operationstag einzutreten. Dazu erfolgt eine individuelle Beratung .
Ernährung
Eine spezielle Ernährung nach einem Schultereingriff ist nicht nötig. Es sollte eine ausgewogene Ernährung mit genügend Kalorien und Vitaminen erfolgen, um den Körper zu stärken. Auf spezielle Diäten wie z.B. bei Zuckerkrankheit muss Rücksicht genommen werden.
G
Gesundheit
Vor jeder Operation erfolgt i.d.R. ein gründlicher, allgemeiner Gesundheitscheck. Dieser kann meistens beim Hausarzt durchgeführt werden, idealerweise vier Wochen vor dem Eingriff.
Gilchrist
Spezieller textiler Verband der den Arm zur Ruhigstellung am Körper fixiert.
I
lmplantations-Pass
Falls ein Kunstgelenk eingesetzt wird, erhält der Patient einen Implantations-Pass, der die wichtigsten Informationen über die Prothese enthält. Bei einer Flugreise dient er zusätzlich als Ausweis beim Passieren von Detektoren.
Infektion
Infektionen bei Schulteroperationen sind glücklicherweise selten. Um das kleine Risiko noch weiter zu senken, erhält der Patient während der Operation und bei Bedarf für kurze Zeit danach ein Antibiotikum. Als Gelenksprothesenträger hat man ein geringfügig erhöhtes Risiko nach Jahren einen Infekt zu erleiden. Es ist daher wichtig, generell bei Infektionen im Körper frühzeitig einen Arzt aufzusuchen.
Zeichen einer Infektion sind zunehmende lokale Rötung, Schwellung und zunehmende Schmerzen mit Pochen und Klopfen, typischerweise in der Nacht, evtl. begleitet von allgemeinem Unwohlsein und Fieber. Bei Auftreten dieser Zeichen muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.
K
Kur
Ärztlich verordnete stationäre Rehabilitationen sind oft nicht nötig. Falls sie im individuellen Fall eine Erholungskur indiziert ist, wird diese in aller Regel über den Sozialdienst eingeleitet. Rehabilitationskuren nach Schulterendoprothesen erfolgen verzögert in der 5- 6 postoperativen Woche.
L
Liegen
Nach der Operation müssen Sie meist nur kurz liegen. Bereits wenige Stunden später können Sie das erste Mal mit Hilfe aufstehen und sind meist nach einem Tag wieder selber mobil.
M
Medizinische Trainingstherapie
Nach vielen Schulterproblemen bzw. Operationen liegt ein deutlicher Muskelschwund vor. Ein Muskeltraining ist deshalb sehr wichtig und kann oftmals auch selbständig an Maschinen durchgeführt werden. Diese Krafttherapie wird als medizinische Trainingstherapie bezeichnet.
Muskulatur
Das Schultergelenk ist stark abhängig von einer guten Muskulatur. Das Gelenk wird durch die Muskulatur bewegt und stabilisiert. Es ist deshalb wichtig, nach einer Operation die Muskulatur gezielt zu stärken. Dies wird meist zuerst durch die Physiotherapie instruiert und kann im späteren Verlauf dann selbst durch ein gezieltes Krafttraining aufgebaut werden.
N
Nachbehandlung
Nach einer Operation erfolgt die Nachbehandlung anhand krankeitsspezifischer Schemata.
Narbe
Je nach Operationsverfahren werden selbstauflösende Fäden gewählt die in der Haut liegen oder nichtauflösende Fäden oder Klammern die entfernt werden müssen. Bei einer Naht mit selbstauflösendem Nahtmaterial ist die Wunde nach einer Woche wasserdicht. Solange muss sie mit Verbandmaterial geschützt werden. Solange Fäden in der Haut liegen, die sich nicht auflösen (oder Klammern), muss sie vor direktem Wasserkontakt geschützt werden. Die Narbenbildung der Haut und die Heilungszeit ist ein individueller Prozess. Während der ersten Wochen ist eine gewisse Schwellung im Narbenbereich normal. Die Narbe selbst ist über mehrere Monate als Zeichen der Heilung rot. Nach Monaten beginnt die Narbe an Farbe und Prominenz zu verlieren, so dass nach einem Jahr häufig nur noch ein weißer Strich verbleibt. Sollten während der Heilungszeit die Schwellung und die Rötung zunehmen und sollten Schmerzen im Narbenbereich dazu kommen, muss ein Arzt aufgesucht werden, um eine Infektion auszuschließen.
P
Physiotherapie
Die Physiotherapie stellt einen wichtigen Bestandteil der Nachbehandlung praktisch jeder Schulteroperation dar. So besucht Sie Ihr zuständiger Therapeut bereits unmittelbar nach der Operation und begleitet Sie während Ihres gesamten Krankenhausaufenthaltes. Es werden Ihnen dabei Bewegungen und Übungen gezeigt, die Sie zu Hause selbst durchführen können. Nach Schulteroperationen sollte die Physiotherapie in einer mit diesen Eingriffen vertrauten Einrichtung in ihrer Wohnortnähe erfolgen.
R
Redon
Bei vielen Eingriffen wird während der Operation ein Drainageschlauch eingelegt, um die Bildung eines Blutergusses zu verhindern. Dieser Schlauch wird meistens nach 24 Stunden wieder entfernt.
Röntgen
Die Röntgenuntersuchung ist ein wichtiger Bestandteil der Abklärung und der Diagnosenstellung. Zur Operationsvorbereitung und zur Planung werden oft mehrere spezielle Aufnahmen benötigt, die während der Sprechstunde erstellt werden. Zusätzliche Spezial-Untersuchungen (MRT, CT...) müssen in anderen Einrichtungen angefertigt werden. Es ist wichtig, dass Sie zu allen Arztbesuchen die Röntgenbilder, die sich in Ihrem Besitz befinden, mitbringen. Nach einer Operation, bei der am Knochen operiert wurde, sei dies nun ein Bruch oder eine Prothese, muss die Heilung durch weitere Röntgenbilder kontrolliert werden. Diese werden im Rahmen der Nachkontrollen vor der Sprechstunde angefertigt.
Rotatorenmanschette
Sehnenkappe über dem Oberarmkopf, gebildet von vier Sehnen, ausgehend vom Schulterblatt. Fixiert Oberarmkopf im Gelenk und hilft beim Bewegen. Häufig Ort von degenerativen Veränderungen bis hin zu Rissen. Mehr dazu finden Sie hier!
S
Schiene
Nach einer Rekonstruktion der Sehnen der Rotatorenmanschette wird die Nachbehandlung gelegentlich auf einer Oberarmschiene durchgeführt, der sogenannten Abduktionsschiene. Diese fixiert den Oberarm in abgespreizter (=abduzierter) Stellung am Oberkörper. Dadurch wird die Spannung auf die Sehnennaht reduziert. Diese Schiene muss i.d.R. für 6 Wochen getragen werden, individuelle Anpassungen können aufgrund des lokalen Befundes durch den Operateur festgelegt werden. Die Schiene wird in einem Orthopädiegeschäft auswärts dem Patienten angepasst und kann nach erfolgter Therapie dort wieder zurückgegeben werden. Zum Duschen kann die Abduktionsschiene durch eine spezielle Duschschiene ersetzt werden. Der Umgang mit der Schiene wird während des Krankenhausaufenthaltes dem Patienten und falls möglich, dem Lebenspartner genau gezeigt.
Schlafen
Wir empfehlen nach den meisten Schultereingriffen, beim Schlafen die Schulter zu schützen. Sofern Sie keine Schiene benötigen reicht dazu ein Schulterabduktionskissen oder ein Gilchristverband. Bei einfachen Eingriffen ohne Knochen- oder Sehnenfixationen ist das Liegen auf der Schulter erlaubt, bei komplexen Eingriffen sollte dies jedoch für zwei Monate vermieden werden.
Schmerzen
Eine Operation ohne Schmerzen gibt es leider nicht. Es stehen aber sehr viele Methoden und Mittel zur Schmerzbekämpfung zur Verfügung. Diese reichen von einfachen Medikamenten bis zu mehrtägigen Nervenblockaden. Ihr Anästhesist berät Sie vor der Operation über das für Sie geeignete Verfahren. Nach der Operation werden Sie regelmäßig über Ihre Schmerzen befragt und die Medikamente werden dann individuell angepasst verordnet.
Schmerzmittel
Beim Einsatz von Schmerzmitteln gilt: So wenig wie möglich, soviel wie nötig. Dazu wird Ihnen das für Sie am besten geeignete Medikament verordnet und je nach Schmerzverlauf regelmäßig angepasst. Beim Spitalaustritt wird Ihnen dann ein Rezept mitgegeben, damit Sie Ihre Mittel in der Apotheke beziehen können.
Sport
Sport ist für eine gute Gelenksfunktion wichtig, aber auch sehr belastend für die Schulter.
Es ist deshalb wichtig, dass Sie nach einer Operation von Ihrem Operateur individuell über Ihre Sportfähigkeit beraten werden. Falls von Ihnen gewünscht, kann der Sport auch in Form eines Krafttrainings in die Nachbehandlung mit einbezogen werden.
T
Termine
Informationen über Sprechstundentermine erhalten Sie direkt bei den Sekretariaten. Diese erreichen Sie entweder direkt oder via Zentrale.
Z
Zugang
Der Zugang zur Schulter erfolgt entweder durch einen seitlichen oder durch einen vorderen Schnitt.
Bei arthroskopischen Eingriffen erfolgen nur sehr kleine Hautstiche um das Gelenk herum.
Zuhause
Vor der Entlassung werden Sie mit allen nötigen Unterlagen versorgt. Ihr Arzt und Ihr Therapeut informieren Sie über das Verhalten zuhause und über Vorsichtsmaßnahmen.

