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Arthroskopie / Schulter

Dr. med. HantkeDr. med. Bernd Hantke

FA für Orthopädie und Unfallchirurgie, Spezielle Orthopädische Chirurgie, Rheumatologie, Chirotherapie, Akupunktur (Traditionelle Chinesische Medizin)



In der ASKLEPIOS  Orthopädischen Klinik Hohwald bestehen schon seit vielen Jahren Erfahrungen mit arthroskopischen Operationen.

Seit 1991 werden Arthroskopien im Bereich des Kniegelenkes, seit 1994 im Bereich des Schultergelenkes durchgeführt.

Das Spektrum komplettieren arthroskopische Operationen im Bereich des Sprunggelenk- und Ellenbogengelenkes, welche seit 1996 und im Bereich des Hüftgelenkes seit 1997 in unserer Einrichtung durchgeführt werden.

Erfahrungen bestehen auch bei extraartikulären endoskopischen Operationen z.B. der arthroskopischen Carpaltunneloperation.

Was ist eine Arthroskopie?

Der Begriff „Arthroskopie“ leitet sich aus dem Griechischen ab. Dabei steht „Arthros“ für Gelenk und „skopein“ für schauen.

Die Arthroskopie ist eine Untersuchung von Gelenken mit einem Spezialendoskop, dem Arthroskop. Dieses Arthroskop besteht aus einem optischen System aus Stablinsen, einer Lichtquelle und einer Spül- und Absaugvorrichtung -  der sogenannten Trokarhülse .

Durch einen etwa 5 mm langen Hautschnitt unterhalb der Kniescheibe wird die Trokarhülse mit einer Metallspitze (Trokar) in das Gelenk vorgeführt, anschließend wird der Trokar aus dem Gelenk gezogen und durch die Optik ersetzt.
Zusätzlich werden an das Arthroskop zwei Schläuche angeschlossen. Durch einen Schlauch wird Flüssigkeit in das Gelenk eingebracht, der andere Schlauch dient zum Absaugen der Flüssigkeit.
Für operative Eingriffe ist ein zweiter Hautschnitt notwendig, durch den kleine Operationsinstrumente in das Gelenk eingebracht werden können.
Bei größeren operativen Eingriffen z.B. Synovektomien (Entfernung der Gelenkinnenhaut) können bis zu fünf solcher kleinen 5 mm langen Hautschnitte notwendig werden.

Der Operateur arbeitet dabei mit Blick auf einen Monitor – er nennt dies  Videoarthroskopie.
Die Videotechnik ist sehr aufwändig, hat aber den Vorteil, dass sich durch den größeren Abstand zwischen Operateur und dem Gelenk,  die Gefahr der Entzündung des Kniegelenkes durch Keime stark verringert.
Daneben erlaubt diese Technik, dass der behandelte Patient auf Wunsch die Operation mit verfolgen kann und dass Befund und Operation dokumentiert werden können.

Kniegelenksarthroskopie

In unserer Klinik werden derzeit alle gängigen Operationstechniken, aber auch eine Vielzahl inovativer Methoden durchgeführt.

Therapie von Knorpelläsionen

Diese reicht vom Knorpelshaving und –shrinking über die sogenannte Abrasions-chondroplastik und der Induktion von Ersatzknorpel über Mikrofrakturierungen bis hin zur Transplantation osteochondraler Zylinder (OATS/Mosaikplastik) und zur autogenen Chondrozytentransplantation.

Erfahrungen mit der autogenen Chondrozytentransplantation bestehen in unserer Klinik seit 1999. Anfangs wurde hier die sogenannte Periostlappentechnik durchgeführt.
Seit 2004 führen wir in der ASKLEPIOS Orthopädischen Klinik die matrix-gestützte Chondrozytentransplantation durch. Hierbei wird in einer ersten Operation ein kleines Knorpelstückchen aus einer unbelasteten Zone des Gelenkes entnommen, dieses wird in einem speziellen Nährmedium in ein gentechnisches Labor versendet.  Hier erfolgt dann die Kultivierung der Chondrozyten und die Übertragung auf eine Trägersubstanz, ein sogenanntes Scaffold, welches die dreidimensionale gleichmäßige Verteilung der angezüchteten Chondrozyten in diesem Medium erlaubt.

In einer zweiten Operation, die je nach Lokalisation über eine Miniarthrotomie oder bei Schäden unter der Kniescheibe über eine Arthrotomie (Gelenkeröffnung) erfolgt, wird dieses spezielle Flies in den Defekt eingebracht.
Bisher sind die Erfahrungen in unserer Klinik sehr ermutigend, wie die regelmäßigen MRT-Untersuchungen, die bei allen Patienten durchgeführt werden, zeigen.

Meniskuschirurgie

Im Bereich der Meniskuschirurgie werden degenerative (verschleißbedingte) Veränderungen mit mechanischen oder motorbetriebenen speziell für die Arthroskopie entwickelten kleinsten Instrumenten entfernt.
Frische, traumatische Läsionen können mit speziellen Nahttechnik wieder refixiert (angenäht) werden.  Insbesondere bei jungen Patienten, die eine gute regenerative Potenz haben, steht der Versuch des Meniskuserhaltes im Vordergrund.
Sollten größere Teilentfernungen des Meniskus notwendig werden, besteht in unserer Klinik die Möglichkeit, ein Meniskusimplantat aus hochgereinigtem Collagen arthroskopisch einzusetzen und an noch vorhandenes Meniskusgewebe anzunähen.
Die poröse Struktur des Implantates dient dabei als Leitschiene für das Einwachsen von neuem Gewebe. Körpereigene Zellen wandern dabei in das Implantat ein und bilden meniskusähnliches Gewebe aus.
Das Collagen wird dabei innerhalb eines Jahres zum größten Teil abgebaut und durch körpereigenes Gewebe ersetzt.

Kreuzbandersatz

Seit 1993 werden in unserer Klinik vordere Kreuzbandplastiken und seit 1999 hintere Kreuzbandplastiken durchgeführt.
In überwiegender Zahl erfolgt die vordere Kreuzbandplastik mit der autogenen Semitendinosus- und bei Bedarf auch Gracilissehne. Diese Sehne wird in der sogenannten Hybridtechnik, d.h. proximal im Bereich des distalen Femurs (Oberschenkelknochen) erfolgt die Fixation mit einem Endobutton, einem kleinen Titanplättchen und einer anhängenden hochfesten Gewebeschleife, in welcher die Sehne eingezogen ist.
Distal erfolgt die gelenknahe Fixation mit einer sich selbst auflösenden Schraube und einem sog. suture disk – einem Titanplättchen über welchen die distalen Fixierungsfäden im Bereich des Schienbeinkopfes geknüpft werden.

Wie u.a. eigene Studien, welche auf dem internationalen Arthroskopiekongress in Salzburg vorgestellt wurden, zeigten, kann man mit dieser Technik mit guten und sehr guten Ergebnissen rechnen.
Der Vorteil liegt z.B. auch darin, dass innerhalb des Gelenkes keine weiteren Fremdkörper, wie z.B. Schrauben im Bereich des Oberschenkelknochens, eingesetzt werden müssen.
In Einzelfällen oder bei speziellen Berufsgruppen wird auch die Ligamentum patellae-Plastik eingesetzt.
Bei dieser sogenannten Bone-Tendon-Bone-Technik (Knochen-Sehnen-Knochen-Technik) werden jeweils ein kleiner Knochenblock aus der Kniescheibe und dem oberen Schienbeinkopf gesägt und dazwischen ein ca. 9 mm breiter Streifen aus der Mitte des Kniescheibenbandes (Ligamentum patellae) entnommen.
Die Fixierung dieses Bandes erfolgt dann entweder mit zwei Schrauben, einer femoralen und einer tibialen, oder femoral auch mit einem Endobutton und tibial mit einer Schraube.

Die hintere Kreuzbandplastik wird im Wesentlichen mit der Semitendinosus- und Gracilissehne in der  Endobutton- und suture disk-Technik durchgeführt.

Schultergelenksarthroskopie

Seit 1994 führen wir Arthroskopien des Schultergelenkes durch.
Die Schultergelenksarthroskopie ist eine sehr wichtige Technik zur Behandlung von degenerativen (verschleißbedingten) und traumatischen Erkrankungen der Schulter und des Acromioclavikulargelenkes.
In unserer Klinik können wir alle derzeit im Bereich des Schultergelenkes verfügbaren arthroskopischen Operationstechniken anbieten. Diese reichen von einer Erweiterung des subacromialen Raumes (subacromiale Dekompression) über Schulterstabilisierung bei traumatischen und habituellen (gewohnheitsmäßigen) Luxationen bis hin zur Fixation von Läsionen der langen Bizepssehne, der arthroskopischen Behandlung der steifen Schulter (Frozen shoulder), der Erweiterung des Acromioclavikulargelenkspaltes (AC-Gelenksplastik), bis zur arthroskopischen Versorgung von Rotatorenmanschettenrupturen (Rissen) der das Schultergelenk umgebenden Sehnen.

Bereich Schulterchirurgie

Neben den arthroskopischen Operationstechniken, welche wir komplett in unserer Klinik anbieten können, spielen offene Operationstechniken eine weitere bedeutende Rolle.
Insbesondere seien hier die Stabilisierungstechniken bei Luxationen des Schultergelenkes, sowie die osteosynthetische Versorgung von Frakturen genannt.

Sehr dynamisch hat sich in den letzten 10 Jahren die Schultergelenksendoprothetik entwickelt.
Hier zählen wir in Sachsen zu den Häusern mit der größten Erfahrung.

Bei insbesondere arthrotisch (verschleißbedingten) Schäden des Schultergelenkes können wir die komplette prothetische Palette anbieten und so für jeden individuellen Fall die richtige Prothese einsetzen. Im speziellen Fall kann auch die endoprothetische Versorgung bei bestimmten Frakturformen des Oberarmes erfolgen.

Wir haben langjährige Erfahrungen mit der minimalsten Variante, der sogenannten Kappenprothese, welche nur die Oberfläche ersetzt, über Kurzschaftprothesen, welche dann in Frage kommen, wenn der Kopf weitestgehend zerstört ist aber der proximalste (oberste) Bereich des Oberarmknochens noch guten Knochen enthält, bis hin zur klassischen Stielprothese.

Die Prothesen können als sogenannte Hemiprothesen (nur Ersatz des Oberarmknochens) oder auch Totalendoprothesen (mit zusätzlichem Ersatz der Schultergelenkspfanne) eingesetzt werden.
In speziellen Fällen, bei sog. Defektarthropathien können sog. Inverse-Prothesen, das bedeutet Prothesen wo der Kopf im Bereich der Pfanne zementfrei fixiert wird und die Pfanne im Bereich des ehemaligen Humeruskopfes mit einer Kurzschaft- oder Stiehlprothese verankert wird, einsetzen.
Diese Techniken ermöglichen auch die Versorgung von schweren und schwersten Veränderungen im Schultergelenk.
Diese spezielle Prothesenart wird allerdings wirklich nur im unbedingten Falle eingesetzt, da die Rückzugsmöglichkeiten danach ausgesprochen schwierig sind.

Der Patient wird deshalb vor allen operativen Maßnahmen durch die behandelnden Ärzte und zuletzt durch den Operateur ausführlich beraten und über mögliche Komplikationen aufgeklärt.